16. Juni 2022

Gedanken zur Nacht – Die Sippe

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„Die Sippe“   

Verrufen, verleumdet, und verachtet, bedeutet der Begriff ´Sippe´ etwas völlig anderes als der Begriff ´Familie´, welcher die ´Sippe´ mehr oder weniger in eine Schmuddel-Ecke gedrängt zu haben scheint. Unter den gemeingermanischen Bezeichnungen von Verwandtschaftsverhältnissen, nimmt ´Sippe´, bezeugt durch althochdeutsch Sippia, Sippen, Sippa, eine besondere Stellung ein. Ursprünglich bezeichnete der Begriff ´Sippe´ im engeren Sinne eine durch Bündnis geschlossene Gemeinschaft, nicht nur von Blutsverwanden.

Unbeschadet dessen hielt sich die spätere Bedeutung ´Abstammung von einem Stammvater´ bis in das vergangene Jahrhundert. Erst in der Moderne verdrängte die Familie, latainisch Familia – der Haussklavenstand, die Sippe in die Vergessenheit. Im Zuge dieser Verdrängung schwingt gleichfalls eine anders geartete Energie mit, welche sich unsichtbar, jedoch umso deutlicher spürbar auf die Menschen zu legen scheint.

Eine gewagte These: könnte ein Kampf, welcher gegen die Familien geführt wird, nicht wünschenswert sein, wenn damit zum einen die Familie, in ihrer Begrifflichkeit zerstört werden würde, und zum anderen die Menschen durch diese Zerstörung dazu gezwungen sein könnten, neue Bündnisse, entweder mit Angehörigen oder aber mit völlig fremden Menschen neu zu schließen?

Über viele Jahrzehnte vorangetrieben nahm erst in den vergangenen Jahren ein Großteil der Menschen diese absichtliche Zerstörung der Familien deutlicher wahr, und nicht wenige von ihnen traten den Schritt nach vorn, um diesem Prozeß die Stirn zu bieten. An nicht wenigen Stellen treten zunehmend mehr mahnende Worte in die Öffentlichkeit, die sich dieser Zerstörung der Familienstrukturen widmen.

Doch welche Strukturen sind es, die zum einen zerstört werden sollen, zum anderen aber die Menschen für deren Erhalt kämpfen mögen? Liegen diese Familienstrukturen nicht weit näher an der Bedeutung des Begriffes ´Familie´, dem Haussklavenstand, als das sie das verkörpern, was sich Menschen tatsächlich unter einer echten Familie wünschen?

Was bedeutet es, eine Struktur erhalten zu wollen, die mehr einem Sklavendasein, einem täglichem Schuften für Schulden ähnelt, bei welchem nahezu alle Mitglieder der Familie, insbesondere die Kinder durch Trennung von dieser besonders leiden? Was die Menschen in graue Vorzeit tatsächlich unter dem Begriff einer ´Sippe´ verstanden haben bleibt ungewiß, inwieweit sich deren Leben zu dem heutigen unterschied, ist allgemein nicht minder bekannt, so lohnt jedoch eine genauere Betrachtung dessen, wie heutige Familien im Durchschnitt leben, oder leben müssen, wenn man sich darum sorgt, daß gerade diese Strukturen aufgelöst werden sollen.

Daß diese Auflösung der Familienstrukturen nicht allein von außen erzwungen werden kann, diese Erkenntnis wird sicher nicht jedem schmecken. Erst durch ein mehr oder weniger freiwilliges, aber auch unbedachtes Handeln der Menschen selbst, ist es möglich, zerstörend in den Familien wirken zu können. Allen voran trug die seit Jahrzehnten vorangetriebene Emanzipation der Frau, aber auch andere Einflüsse entscheidend zur Zerstörung einst stabiler Einheiten bei.

Willfährig nahmen weibliche Egos die ihnen dargebotenen Waffen im Kampf gegen ihre Männer, vor allem aber gegen ihre Kinder an und vollendeten das, was durch die Emanzipation erreicht werden wollte. Der Ehrlichkeit halber traten nicht wenige Männer in diesen Kampf mit ein, wenigstens aber, standen sie dem allem eher hilflos gegenüber und reagierten in einer Weise, welche für diejenigen, die die Profiteure dieser Entwicklung sind, mehr als nur wünschenswert erschien.

Im Verlauf von dreißig - vierzig Jahren wuchsen Generationen heran, die von einer echten familiären Struktur nicht mehr viel zu wissen scheinen. Mit anderen Worten wird heute mehr um das gefochten, was die Menschen noch haben, weniger sich um das bemüht, was sie haben könnten, wenn sie denn verstehen könnten, daß es einen Kampf um den Erhalt von Familien nicht bedarf. Im ersten Schritt werden die Begriffe ausgetauscht, und mit neuen Energien belegt, im zweiten suggeriert man Ungleichheit und Ungerechtigkeit der Rollen, die keine sind, bis man im dritten Schritt, die Wahl der Mittel stellt, mit welchen dieser Prozeß bekämpft werden kann.

Es sind keine Rollen, die in Familien gespielt werden müssen, es sind naturgegebene Aufgaben, die dem jeweiligen Geschlecht als biologische Gesetzmäßigkeit zugedacht worden sind, um dem Nachwuchs einen bestmöglichen Start in ein selbständiges Leben zu ermöglichen. Das ist der eigentliche Kern, der hier zerstört werden soll: Mann und Weib, im Verbund einer Sippe, welche ein Bündnis zum Wohle aller geschlossen hat.

Die kleinste, aber auch stärkste Einheit, wenn man denn so will, kann nicht von außen aufgelöst werden. Es ist der Verrat am eigenen Geschlecht, der Verrat an seinen Aufgaben, und der Verrat an Kind, und Kindeskind, der eine Zerstörung erst ermöglicht. Einzig das Ego muß angesprochen werden, um einen Prozeß in Gang setzen zu können, in welchem sich die Menschen selbst zerstören.

Worum also soll gekämpft werden? Um etwas, was schon seit einigen Generationen nur noch marginal existiert? Als Ironie des Schicksals könnte es nicht befremdlicher sein, daß die selben Menschen, die sich um den Erhalt der Familien sorgen, dieselben sind, die dafür kämpfen, ihre Kinder fremden Menschen anvertrauen zu dürfen, und daß es dieselben Menschen sind, welchen Arbeit, Sport und Spiel wichtiger sind, als ein wahres Bündnis im engen Kreis ihrer Sippe.

Nein, man möge sich nicht beschweren ob der aktuell sehr deutlich sich offenbarenden Prozesse, in deren Windschatten die Gesellschaft als Ganzes, vor allem die Sippe im Besonderen einem Verfall entgegengeht, der scheinbar zu lange schon hat auf sich warten lassen. Ein menschlicher Makel, die Schuld im Außen suchen zu wollen und sich der eigenen Bewußtwerdung zu widersetzen. Unverdient ein sozialer Schulter-Klopfer als Anerkennung für geleisteten Widerstand, unverdient ein Lob der mahnenden Worte. Willkommen die Absicht, Sippen und Familien auflösen zu wollen; wenn nicht anders als mit diesen Mitteln, könnten den Menschen ihre Verfehlungen vor Augen geführt werden?

„Meist belehrt erst der Verlust über den Wert der Dinge“, wob Schopenhauer schon vor sehr langer Zeit die aktuellen Erkenntnisse in passende Worte. Mit anderen Worten: es ist wahrlich der falsche Weg sich einem Krieg gegen die Familien zu stellen, wenn ein anderer, nämlich jener, ein echtes Sippenleben neu zu beleben, der sinnvollste Widerstand, gleichwohl der lebendigste Weg ist. Das Schicksal vieler Menschen bietet gerade in diesen sehr aufreibenden Zeiten die besten Chancen für eine Umkehr aus den Wirren vieler Egos. Wann, wenn nicht in diesen Tagen, könnte unter dem Zusammenbruch alter Systeme etwas völlig anderes, etwas Gutes erschaffen werden?

Aus dem Chaos der Vergangenheit und Gegenwart, neue Strukturen zu erschaffen, bietet sich diese Gelegenheit so schnell kein zweites Mal. Neue Bündnisse unter seinesgleichen zu schaffen, Sippen erhalten, und neue zu gründen; als das Gebot der Stunde, erscheint es nur sinnvoll, die Familien aufzulösen, und die Sippe neu zu formen.

Herzlichst Ingo


Wir leben nicht um zu glauben

Bild: Öl auf Leinwand, 70x50 cm
© ingo

"Wir leben nicht um zu glauben, sondern um zu lernen."
Dalai Lama

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stichworte

Abstammung, Familie, Sippe, Stamm


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