18. Oktober 2020

Das geht eindeutig zu weit!

5  Kommentare

Wir veröffentlichen hier einen Brief, der uns dankenswerterweise von Dr. Marcus und Daniela Jacob zur Verfügung gestellt wurde.

Staatsministerium für Kultus
Herr Staatsminister Christian Piwarz
Carolaplatz 1
01097 Dresden

Markneukirchen, 09.10.2020

Sehr geehrter Herr Staatsminister Piwarz,

als Eltern von sechs Kindern und eines Kindes der Grundschule Markneukirchen erlauben wir uns,
Ihnen beigefügtes Arbeitsmaterial zuzusenden, das die Kinder im Schulunterricht der 2. Klasse anfertigen
mussten. Bei allem Verständnis ggü. den bislang aufgestellten Regeln in unseren Schulen geht dies
eindeutig zu weit.

Indoktrination

Unseres Erachtens sind die in diesem Sachheft dargestellten Verhaltensregeln nicht vereinbar mit dem
Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule, wie sie in § 1 des Sächsischen Schulgesetzes formuliert
sind.

Insbesondere die undifferenzierte Eingruppierung in richtige und falsche Verhaltensweisen und dabei
die Darstellung gemeinsamen Spielens, gemeinsamen Singens bzw. des Miteinanderredens als falsch
widerspricht diametral den von uns als Eltern bislang angewandten Erziehungsgrundsätzen. Unsere
Kinder haben ein Recht auf Gemeinschaft, auf Austausch und auf Interaktion. Dies als falsch darzustellen
stellt eine Kindeswohlgefährdung dar.

Wir haben als Eltern einiges an Einschränkungen ertragen müssen: mehrwöchiges Aussetzen der Schulpflicht,
ungefragtes Desinfizieren unserer Kinder, Einhaltung von Laufwegen, Abstandsregelungen,
Quarantänemaßnahmen gesunder Kinder, Besuchsverbote, Maskenpflichten, unwürdige Grundschulabschlüsse
und und und.

Dies alles haben wir respektiert, obwohl unsere Kinder statistisch ein verschwindend geringes Erkrankungsrisiko
aufweisen und damit nicht sich selbst schützten, sondern mit ihren Einschränkungen einen
nicht unerheblichen Beitrag zum Schutz der tatsächlichen Risikogruppen geleistet haben.

Wenn aber nun den Kindern beigebracht wird, dass Individualismus und Absonderung richtig seien,
Gemeinschaft und Nähe aber falsch, wird eine Grenze überschritten.

Wir nehmen daher unser grundgesetzlich verbrieftes Recht in Anspruch, sie daran zu erinnern, dass
die Erziehung der Kinder zuvörderst die uns obliegende Pflicht ist. Wenn durch derartige Verhaltensregularien
einer sächsischen Grundschule die sozialen Grundbedürfnisse der Kinder nicht nur beschnitten,
sondern als falsch dargestellt werden, so werden wir das nicht akzeptieren.

Wir bitten Sie daher, die Bedürfnisse der Kinder angemessen zu würdigen und dieses Arbeitsblatt unverzüglich
aus dem Verkehr zu ziehen.

Unsere Kritik bezieht sich ausdrücklich nicht auf die von uns sehr geschätzte Arbeit der Lehrerin unseres
Kindes.

Dr. Marcus und Daniela Jacob
Adam-Friedrich-Zürner-Straße 23
08258 Markneukirchen


stichworte

Daniela Jacob, Dr. Marcus Jacob, Indoktrination, Markneukirchen, Schule


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Das beste Deutschland

  • Vielen Dank für diesen Beitrag an die Verfasser. In diesem Brief konnte ich etwas finden, das ich auch bei der zweiten Querdenken- Demo in Berlin erfahren habe: Unabhängig von ihrer Ausrichtung in Glaubensfragen, politischer Parteinahme oder der generellen Einstellung zur Lebensgestaltung sehen Menschen, einfach durch ihre Fähigkeit für Empathie und logisches Denken, daß etwas falsch läuft. Und sie erheben ihre Stimme, um das wieder geradezurücken. Hut ab.

  • Danke für den Mut der Verfasser. Leider gibt es davon viel zu Wenige. Dabei müsste doch langsam auch dem Letzten klar werden, dass hier irgend wie “ein Rad im Dreck läuft”

  • Schön, daß es langsam mehr werden die ihre Stimme erheben.
    Schön, daß es langsam mehr werden die etwas tun.
    Schön, daß es langsam mehr werden die nicht mehr alles hin nehmen.
    Schön, daß es langsam mehr werden die etwas ändern möchten.
    Leider ist immer wieder festzustellen, daß immer noch nicht verstanden wird, wie Texte formuliert werden sollen damit tatsächlich Veränderungen eintreten. Dieser Brief ist sicherlich mit den besten Absichten geschrieben worden, aber man kann jetzt schon sagen, daß dies so zu keinem wirklichen Erfolg führen wird.
    Vielleicht sollte an dieser Stelle mal über einen Stammtisch nachgedacht werden, um sich im Vorhinein gegenseitig zu helfen, damit weniger Fehler passieren und mehr Erfolge eintreten.
    Wäre gern bereit entsprechendes Wissen und Erfahrungen beizutragen.

    • Danke für Deinen Kommentar, Holm. Deine Glaskugel hätten wir gern. 😮 Woher weißt Du, daß dieser Brief keinerlei Wirkung entfalten wird? Zum einen werden sehr wohl Briefe an politische Entscheidungsträger dort gelesen. Und wenn es immer mehr werden, wird man sich dort auch ernsthaftere Gedanken machen.

      Zum anderen werden durch die Veröffentlichung auch andere Menschen ermutigt, nicht mehr alles klaglos und antwortlos hinzunehmen.

      Wir denken übrigens hier nicht nur nach, wir tun.

      Und gern veröffentlichen wir auch andere, “wirkungsvoller” formulierte Briefe. Also her damit!

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