25. April 2021

Gedanken zur Nacht – Der Esel und die Möhre

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Gedanken zur Nacht - Der Esel und die Möhre  

Geil, in drei Tagen kann ich meinen ersten Impftermin wahrnehmen. Endlich, dann ist es endlich geschafft, ich brauche mir keine Sorgen mehr machen, daß ich in Quarantäne muß oder an der Ladeneingangstür wieder abgewiesen werde.

Ich darf dann wieder am öffentlichen Leben teilnehmen – klar, hier und da muß ich noch etwas tun, ein oder zwei App’s herunterladen, hin und wieder ein Formular ausfüllen, aber das wird auch noch – Hauptsache wieder leben. Ist das nicht toll, endlich meine Freiheit zurückzubekommen?

Die ersten vier - fünf Möhren sind vor meiner Nase vergammelt. Nicht daß ich Lebensmittel verschwenden möchte, doch schmecken diese Möhren bitter, jedenfalls riechen sie schon von weitem sehr ranzig.

Die Metapher mit dem Esel und der Möhre ist schon sehr alt – an ihrerr Funktionalität hat sie dennoch bisher nichts eingebüßt.

Wer sich impfen läßt, wird von der Maskenpflicht befreit. Wer geimpft ist, kann wieder ungehindert reisen. Mit Impfung entfällt die Distanzierung zu seinen Mitmenschen – die Geimpften gehören zu den sozialen Menschen, zu denen, die auf ihre Mitmenschen achtgeben und verdienen deshalb ein besonderes Lob.

Ein Jahr voller Versprechungen, Ankündigungen und ein Inaussichtstellen von zusätzlichen Privilegien, die die Menschen vorher natürlich nicht hatten – es bedarf erst der Möhren, die, wenn du sie gefressen hast, sie dir dein Leben zurück geben werden.

Weshalb also, wurde in diese Metapher ein Esel genommen und kein Pferd oder eine Ziege? Der Esel steht, wenn auch unverdient, für Dummheit und einem Mangel an Denkvermögen, zudem wird ihm ein gewisser Starrsinn zugeschrieben.

Die Menschen benutzen Metaphern deshalb, um über die Tiere von ihren eigenen Unzulänglichkeiten ablenken zu können, sich somit gekonnt aus dem Spiel nehmend – sich selbst im Spiegel der Eitelkeiten nicht betrachten zu müssen.

Vergessen all die Versprechungen, vergessen all die gebrochenen Ankündigungen, die vollmundig, Woche für Woche unters Volk gestreut werden, um den „Esel“ am Laufen zu halten. Völlig verzweifelt und aus ihren gewohnten Bahnen gerissen, wird Möhre für Möhre gekaut – bitter und ekelig, aber dennoch für einen guten Zweck, so jedenfalls glauben viel zu viele immer noch, trotz der immer wiederkehrenden Enttäuschungen.

Die Alten in den Heimen haben es zuerst gerafft und mokieren zurecht, daß sie trotz der ihnen aufgenötigten Impfung ihre Angehörigen nach wie vor nicht sehen dürfen. Wenn sie es denn überlebt haben, stellen diese Menschen enttäuscht fest, daß nichts sich an all dem geändert hat, obwohl sie doch so brav gewesen sind und sich einen „goldenen Schuß“ haben geben lassen.

Senil und dement haben sie dennoch das makabre Spiel durchschaut, dessen sich der Rest, außerhalb der Heime, bis dato so eselig anstellt, überhaupt zu bemerken, daß es ein makabres Spiel gibt.

Wer kennt nicht den Spruch, der den vergesslichen Menschen so lapidar hinterhergeworfen wird, wenn sie sich an ihre gestrig getätigte Aussage nicht erinnern können.

„Der kann nicht von Zwölf bis Mittag merken.“ Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Vergeßlichste im ganzen Land?

Ich verstricke mich in alten Weisheiten und Sprichwörtern – verzeih – doch entfalten diese gerade eben ihre tieferen Bedeutungen und zeigen auf, daß auch schon frühere Generationen, ihren Gehirnen nicht wirklich über den Weg trauen konnten.

„Ein Fehler ist ein Versehen – den gleiche Fehler mehrmals begangen, ist eine Entscheidung “ las ich kürzlich und komme nicht umhin, diesen Worten meine Zustimmung zu erteilen.

Als gäbe es keine anderen Lebensmittel – sprich keine anderen Möglichkeiten, werden die Möhren geknabbert – wenngleich sie auch nicht schmecken, werden sie dennoch gierig verschlungen, um das eigene Überleben sicherzustellen. Überleben bedeutet aber nicht Leben per se.

Ein Zurück zu alten Freiheiten ist nicht vorgesehen. Nie war es der Plan, daß, wenn die Menschen nur schön artig und brav sind, sie ihr altes Leben zurückerhalten werden.

Ein Sack voller Möhren und ein Jahr des Hinhaltens, sollte selbst den Hungrigsten zu der Erkenntnis bringen, daß ausschließlich seine menschliche Natur, seine Hilfsbereitschaft, aber auch sein Mangel an bösen Gedanken, dafür genutzt wird, um ihn selbst in die Knie zu zwingen.

Ein Esel benötigt keine Möhre, wenn er sich auf einer grünen Weide von Halm zu Halm bewegen möchte, ganz gleich wie steil und mühsam die Weide zu erklimmen ist. Frei und des eigenen Willens nicht beraubt, wird er alles tun was nötig ist, um sein Auskommen zu haben.

Erst dann, wenn er etwas ziehen soll, was er von selbst nie tun würde, entzieht man ihm die Nahrung und hält ihm eine Möhre vor die Nase, nach der er, von Hunger getrieben, lechzt und sich mit letzter Kraft sich seinem Untergang entgegen schuftet.

So wie dem Esel ergeht es nun den Menschen, die ein Problem vor die Nase gestellt bekommen haben, das extra für sie erfunden worden ist. Der Freiheiten beraubt, ziehen sie nun einen Karren aus dem Dreck, der nicht der ihre ist und greifen nach jeder dargebotenen Möglichkeit, um sich aus dem Zaum zu befreien.

Im Grunde finde ich die Metapher mit dem Esel nicht sehr abwegig, ist dieser doch ein sehr zähes Tier und kann auch unter widrigen Bedingungen leben. Genügsamkeit auf der einen Seite macht ihn von hohen Ansprüchen unabhängig, sein Starrsinn auf der anderen Seite hingegen zeigt sehr deutlich, daß er eben nicht so dumm ist, wie hinlänglich behauptet.

Die Einleitung der Ironie übergebend, bleibe ich, unter den aktuellen Umständen, sehr gern ein Esel, behalte meinen Starrsinn und greife nicht nach jeder Möhre, die mich doch nur an der Nase herumführen soll, bitter und ranzig dargeboten, um letztendlich, beim Ergreifen dieser, mir doch wieder entzogen wird.

Ein Esel weiß instinktiv, was er fressen kann und was nicht – der Mensch täte gut daran, es dem Esel gleich zu tun und die vermeintlichen Leckereien, die ihm zu oft schon vor die Nase gehalten wurden, geflissentlich zu ignorieren und sich lieber dessen gesunden Starrsinns zu bemächtigen.

Herzlichst Ingo


Lebenszeit
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Esel und Möhre

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Esel, Ingo, Masken, Möhre


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